„Look at this guy!“

Das sind die letzten Worte, die ich trockenen Ohres hoere, bevor ich von einer Gruppe feiernder, leicht angetrunkener farangs mittels diverser leicht zu entleerender Wasserbehaelter eine Dusche verpasst bekomme. Es ist Songkran! Uebrigens eines von drei Neujahrsfesten, das in Thailand gefeiert wird – neben Songkran und dem fuer uns „normalen“ wohl auch mancherorts das chinesische. Achso, und 2012 ist hier (nach dem buddhistischen Kalender) 2555.

Diese und noch viele weitere Einsichten in die Kultur Thailands ermoeglichte mir Kenny, der Sohn von Sandot, dem Besitzer der Tacome Pai Farm. Mit ihm verbrachte ich die drei Stunden Fahrt von Chiang Mai zur Farm. Auf der Ladeflaeche eines Pickups. Nachts. Davor wurde ich noch zu meinem ersten „echten“ Thai-Abendessen eingeladen, inklusive Huehnerfuesse, die ich aber im Gegensatz zum restlichen Essen (mit den Fingern konsumiert) nicht so ansprechend fand. Jaja, mein Vegi-Karma deutet momentan eher auf eine Wiedergeburt als Klopapier hin, ich weiss…

Tja, und nun wohne ich seit Montag hier, und ab und zu arbeite ich auch mit, das ist naemlich hier, anders als beim WWOOFen, kein Muss. Dementsprechend bezahlt man (wenig) fuer Unterkunft und Essen. Bis jetzt habe ich gelernt, Dachelemente aus Bambus und Blaettern zu bauen, diese auch auf’s Dach geschleppt und war im Dschungel Bambus holen. Letzteres war natuerlich ein ganz besonderes Erlebnis, auch koerperlich sehr horizonterweiternd. Wenn ich wiederkomme, mache ich „Bei-dreissig-Grad-eine-Stunde-in-und-mit-Bambus-schulternd-wieder-aus-dem-Urwald-Yoga“ zum naechsten grossen Ding fuer ambitionierte Hipster! Ach ja, auf dem Rueckweg wurde standesgemaess eine heute zu verzehrende Schlange per Steinschleuder erlegt.

Um die Luecke zu fuellen, die zwischen Suedost- und Nordwestthailand jetzt wohl bei manchem noch klafft: Nach Koh Mak (s. letzter Beitrag) wollte ich eigentlich schnellstens nach Bangkok und weiter nach Chiang Mai, habe dann aber doch gemerkt, dass ich ja auf der Reise und nicht auf der Flucht bin. Will meinen: Zweieinhalb geruhsame Tage in Trat, dann erst weiter nach Bangkok.

Hier war ich zwar nur fuer einen halben Tag, weil ich ein Ticket fuer den begehrten (klimatisierten) Nachtzug am Abend nach Chiang Mai ergattern konnte, aber diese paar Stunden waren dann doch recht interessant: Ich begab mich sehenden Auges in die Faenge der tourischleppenden Tuktuk-Fahrer. Deren Masche ist, die gewuenschte Fahrt in zwei Varianten anzubieten:  Teuer und direkt oder spottbillig und mit „only one stop“. Beispielsweise bei einem Schneider, wo sie umsonst Tankgutscheine im Tausch fuer frisches Westlerfleisch zum Einnaehen bekommen.

Wenn man davon weiss, kann man allerdings beim Fahrer erfragen, wie lange man denn drin bleiben sollte und ob die einen erst gehen lassen, wenn man was kauft. Noch nicht mal einen Euro aermer und vier Stunden spaeter (inklusive zwei unangenehmer Verkaufsgespraeche) hatte ich auch das mal gemacht – und zwei schoene Tempel gesehen.

Chiang Mai war dann (nach der ueblichen Nachtzugverspaetung von 4 Std.)  relativ touristisch, aber dank des tollen Guesthouses und einiger geselliger Aktivitaeten wie dem Jamboree-Festival am See mit Reggae und Drum’n’Bass oder dem CouchSurfer-Osterpicknick hielt es mich dann doch drei Tage. Viele nette Leute habe ich dort kennengelernt und sowohl von Tacome Pai als auch von der Gibbon Experience in Laos gehoert, die ich heute voller Vorfreude fuer den 22.-24.4. gebucht habe.

So, jetzt muss ich aus Pai (wo ich diesen Artikel schreibe) langsam mal wieder auf’s Motorbike-Taxi gen Farm, dort essen und dann klassische Thai-Instrumente bedienen lernen, weil Sandot mit uns morgen an selbigen anlaesslich Songkran performen will. Vorher werd ich noch versuchen, moeglichst wenig durchnaesst meinen Minibus nach Chiang Rai (nicht zurueck nach Chiang Mai) zu buchen, wohin ich am Montag weiterfahren will. Richtung Laos. Hihi. Macht’s gut und danke fuer’s Lesen und Schauen!