In Abständen veröffentliche ich hier unter der Rubrik „Zweidrittelwahrheit“ Links zu drei Artikeln. Zwei davon haben etwas gemeinsam, ein dritter tanzt aus der Reihe. Oft, aber nicht immer sind die Gemeinsamkeiten leicht zu entdecken. Interessant sind die Texte alle – zumindest meiner bescheidenen Meinung nach.

Heute: Depression bei türkischen Eltern; Depression, als Burn-out verkleidet – und ein Gedenk-Blog für eine Berliner Obdachlose.

1/3 – „Bruchreif“
(Kleinerdrei, Hakan Tanriverdi)

„Ich habe meinem Vater diesen Text vorgelesen. ‚Ich wünschte, Du hättest nur einen Hauptschulabschluss‘, habe ich gelesen, ich klatsche ihm diesen Satz ins Gesicht und hole tief Luft für den nächsten, aber meine Stimme versagt. Ich hole Luft, atme langsam ein, langsam aus, arbeite mich Absatz für Absatz durch.“

2/3 – „Pop & Depression – Gefühle des Ungenügens“
(Spex, Greta Wagner)

„Die Lebensführung von Künstlern, die als kreativ, autonom und authentisch gilt, ist zur Inspiration einer Ökonomie geworden, die mehr auf Selbstausbeutung als auf Fremdbestimmung setzt […]. Arbeit soll als Teil der Selbstverwirklichung begriffen werden, man soll glauben und glaubhaft machen, dass man um der Sache willen arbeitet, l’art pour l’art, und nicht etwa, um sich seinen Lebensunterhalt zu sichern.“

3/3 – „Für Marta“
(martagodlewska.wordpress.com, Autorin unbekannt)

„Mit diesem Blog möchte ich meine Trauer, mein Entsetzen und meine Hilflosigkeit über den sinnlosen Tod einer 26-Jährigen Frau in einem der reichsten Länder der Welt zum Ausdruck bringen. Und ich möchte gerne eine Spur legen. Ein Zeichen ihrer Existenz, denn ich habe Marta gesehen. Ich habe sie gekannt. […] Ich sah sie über drei Jahre vor Netto in der Nürnbergerstraße in Berlin Charlottenburg sitzen.“